Gast Blog von Jacqueline Haas zum Blog «Les mobilisations „No-THT“ continuent en Haute-Durance – contribution de Mountain Wilderness France»

Diese Gegend liegt mir sehr am Herzen: Im Ecrins-Nationalpark habe ich mit 17 das Bergsteigen angefangen. Diese Stromleitung ist eine Katastrophe. Für die Umwelt (teilweise in der Außenzone des Nationalparks, nur in Frankreich ist sowas möglich), die Landschaft, die Bevölkerung und deren Jobs (wer will da noch wandern? Paragliden wird unmöglich). Der Auftraggeber ist Engie, ehemalige GDF-Suez. Ziel ist nicht die lokale Bevölkerung zu versorgen, sondern Strom von einem Atomkraftwerk an der Rhône an Italien zu verkaufen (via Verlängerung über den Montgenèvre-Pass). Ich habe letztes Jahr davon gehört und mich gefragt, was ich machen konnte. Petition unterschreiben. Schön und gut.
Engie war bis dann mein Strom- und Gasversorger zuhause. Das habe ich rasch geändert. Und mir mehr Gedanken darüber gemacht.
Wir wählen mit unserer Wahlkarte einmal alle fünf Jahre einen Präsidenten. Dazu kommen „kleinere“ Wahlen. Aber jeden Tag konsumieren wir etwas. Und da haben wir meistens die Wahl. Also wählen wir täglich mit unserer Kreditkarte. Seitdem bin ich viel mehr aufmerksamer geworden, wo ich mein Geld ausgebe, und mit was. Hier kann jeder aktiv werden. Denn indem wir etwas kaufen, bei der Firma X oder eher Y, unterstützen wir indirekt diese Firma.
Wir als KonsumentInnen haben noch nicht verstanden, welche Macht unser Konsum bedeutet. Ich bin der Meinung, dass wir viel ändern können indem wir unsere Kreditkarte intelligent verwenden. Sie hat viel mehr Macht als die Wahlkarte.
Es hat mich gefreut diese Bemerkungen/Gedanken mit Ihnen zu teilen. Danke, dass Sie einige Erlebnisse IhrerTour auf dem Blog geteilt haben. Ich wünsche Ihnen noch viele erfolgreiche Unternehmungen in den Bergen!