Was hat whatsalp mit einem Braulio zu tun? Gastblog von Annette Fluri

Braulio, der Kräuterschnaps aus fünfzig Alpenkräutern, tut seine Wirkung bei der derzeit grassierenden Magenseuche, die die Wandergruppe heimsucht. Die Alpenkräuter sind genau genommen die eigentlichen Wegbegleiter durch die Alpen.

In Müstair konnten wir an der Buchvernissage des brandneuen Orchideenführers teilnehmen, und wurden ausführlich in die dreiunddreissig Orchideenarten der Region eingeführt. Seither streifte mein Blick gezielt den Wegrand. Auf den langen Etappen, die sich entlang der italienisch-schweizerischen Grenze schlängelten, fanden sich einige Orchideen wie beispielsweise das Männertreu. Aber natürlich sind die Orchideen nicht Bestandteil des Kräuterschnapses.

Mit Dominik und Harry durch- und überquerten wir in vier Tagen etliche Täler und Pässe. Dementsprechend legten sie ein sportliches Tempo vor. Und wir rund fünfzehn Mitwandernde liessen uns natürlich nichts anmerken. Abends nach dem leckeren Primo, Secondo und Dolce in den italienischen Hütten wurde es dann jeweils schnell ruhig. Doch unsere Anstrengungen wurden vielseitig belohnt, sei es mit interessanten Geschichten von ortskundigen Mitwandernden, die unseren Horizont für die Region erweiterten. Oder sei es durch den Bartgeier, der uns dank wachem Blick seinen Horst in schwindelnder Höhe zeigte. Oder auch einfach nur durch einen Kafi mit frischer Kuhmilch auf einer Kuhalp.

Im Rifugio Frederico in Dosdé las uns Dominik ein Kapitel aus dem TransALPedes-Buch Alpenglühn vor mit den Themen dieses Wegstücks von damals. Wie damals heisst es heute gemeinsam vorwärts gehen, hinschauen und aufmerksam machen. Dann gönnten wir uns einen Braulio als Schlummertrunk.