So schmecken die Berge – Ortstermin auf der Mödlinger Hütte

Eine stilisierte Kuh kennzeichnet die Kampagne „So schmecken die Berge“, die der Oesterreichische Alpenverein gemeinsamen mit dem Deutschen Alpenverein und dem Alpenverein Südtirol lanciert hat. Auf der Mödlinger Hütte stellt uns Leo Geiblinger, ehemaliger Bio-Koch und Vize-Obmann der OeAV-Sektion Bad Hall die Initiative vor. Rund 110 Alpenvereinshütten in den gesamten Ostalpen beteiligen sich am Projekt. Sie haben sich verpflichtet, regionale Produkte und dabei mindestens drei Speisen auf ihren Hütten anzubieten. Damit sollen regionale Produzenten unterstützt, Transportwege und Verpackungsmaterialien eingespart sowie die Wertschätzung der Gäste für hochwertige Lebensmittel gestärkt werden. Ebenso soll ein Beitrag zum Erhalt der bäuerlichen Kulturlandschaft geleistet werden.

Konkret verlangen die Kriterien von den Hüttenwirten folgendes Angebot aus regionaler Produktion, d.h. aus einem Umkreis von nicht mehr als fünfzig Kilometern:

  • 1 Fleischgericht
  • 1 vegetarisches Gericht
  • 1 alkoholisches Getränk
  • 1 alkoholfreies Getränk aus der Region

Biologische Lebensmittel werden empfohlen. Als Beispiele für typische Hüttenspeisen werden genannt: würziger Speck direkt aus dem Rauchfang, duftendes Bergbauernbrot, fassfrische Butter, herzhafter Bergkäse, leckere Obstkuchen und Obststrudel, erfrischende Buttermilch, feinste Brände und Liköre usw. Die Kampagne „So schmecken die Berge“ kommt bei den Gästen sehr gut an. Laut Leo Gaiblinger, der dank seinem beruflichen Hintergrund einen guten Zugang zu den Hüttenwirten hat, kompensiere das grosse Engagement der beteiligten Hüttenwirte die etwas höheren Preise.

Wir diskutieren über einige kritischen Fragen der Kampagne: Wie viele regionale Produkte stehen überhaupt zur Verfügung? Wie regional ist ein Produkt, dessen Rohstoffe von weither kommen (wie z.B. Mehl für Brot und Kuchen)? Wie können bestehende regionale Marken und Labels einbezogen werden, im Falle der Mödlinger Hütte etwa Styria Beef oder Nationalparkrind? Und schliesslich der Punkt, ob nicht alles Bio sein sollte, weil nur dieses Label eine klare Kontrolle ermögliche. Abschliessend stellt Leo Gaiblinger die Frage in den Raum, ob statt nur die Hütten zukünftig nicht auch die Bergsteigerdörfer-Partnerbetriebe in die Kampagne „So schmecken die Berge“ einbezogen werden sollten.

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