Entwicklung des ÖTSCHER:REICHS – Diskussionsveranstaltung in Mitterbach am Erlaufsee, 11. Juni 2017

Dank dem Taxidienst von Florian Schublach vom Naturpark Ötscher-Tormäuer gelangen wir von Mariazell in die Nachbargemeinde Mitterbach. Hier befindet sich am Erlaufstausee das Stapelhaus, eines der Ergebnisse der Niederösterreichischen Landesausstellung „ÖSTSCHER:REICH – Die Alpen und wir“, die im Jahre 2015 gegen 300‘000 Besucherinnen und Besucher verzeichnete. Idyllisch am Seeufer gelegen ergibt sich von der Terrasse der Blick über den See auf das Wahrzeichen der Region, den Ötscher. Hier treffen sich aus Anlass des Besuches von whatsalp am späten Vormittag des 11. Juni Vertreterinnen und Vertreter des Naturparks, der Gemeinde, des Tourismus und der Landesausstellung zur einer Bilanzdiskussion der Landesausstellung, moderiert von Christian Baumgartner.

„Für uns war die Landesausstellung ein Geschenk des Himmels“, meint Alfred Hinteregger, seit 16 Jahren Bürgermeister von Mitterbach, in Anlehnung an einen Werbeslogan von Mariazell. Seine Gemeinde hat knapp 600 Einwohner und bekommt den Strukturwandel wie viele andere peripher gelegene Orte in Niederösterreich besonders stark zu spüren.

Kurt Farasin von der Schallaburg, verantwortlich für die Landesausstellung, fasst das Projekt noch einmal zusammen, das in Zusammenarbeit mit einem internationalen Team engagierter Wissenschaftler und Ausstellungsgestalter entstanden ist (darunter dem Alpenforscher Werner Bätzing und dem Ausstellungsmacher Beat Gugger). Gemeinsam hatten sie intensiv die Region besucht und in vielen Gesprächen, Wanderungen und Gasthausrunden mit den Einheimischen die Basis für ihr Projekt gelegt. Die Ausstellung rückte weg von der Haltung, ein sechs Monate währender Höhepunkt zu sein, in Richtung eines „neuartigen Entwicklungsprozesses, in dem aus einer peripheren Region der Alpen ein „Zentralraum für eigenständige Wirtschafts- und Lebenskultur“ werden sollte.“ Am Schluss waren es über 600 Personen, die in der einen oder anderen Form aktiv an dieser Landesausstellung beteiligt waren, erklärte Farasin. Zahlreiche Projekte kamen direkt oder indirekt durch die Landesausstellung zustande, so u.a. das neue Naturparkzentrum, die Renovation des Schutzhauses Vorderötscher, ein Netz von über achtzig Naturvermittlern, Regionalpartner in der Wirtschaft und ein Wanderbuch über die Ötscherregion. Auch Grossprojekte wie Erneuerung der Mariazeller Bahn und ein neues Wanderzentrum profitierten direkt von der Landesausstellung.

Andreas Purt, langjähriger Direktor von Mostviertel Tourismus und Leiter des Naturparks bestätigte, dass die Region vom „Olympiaeffekt“ der Ausstellung massiv profitieren konnte. Allerdings gelte es nun, den erreichten Stand zu halten, was nicht ganz einfach sei. Denn nach dem Ende der Ausstellung hätte sich zuerst eine gewisse Katerstimmung eingestellt, die nun aber überwunden sei. Insbesondere die Ausarbeitung des Managementplans für den Naturpark erlaube es, neue Akteure einzubinden, die im Rahmen der Landesausstellung aktiv geworden seien. Der Managementplan wird alle vier Säulen der Naturparke bearbeiten, neben der Regionalentwicklung und dem Tourismus auch die Bildung und den Schutz von Natur und Landschaft. Hierzu werde ein intensiver Dialog mit den verschiedenen Anspruchsgruppen notwendig, so den Grundbesitzern, den Landwirten und anderen.

Martina Kalteis stammt aus dem Pielachtal und kehrte nach dem Studium in ihre Heimat zurück, um hier als Naturvermittlerin tätig zu sein. Dank der Landesausstellung konnte sie sich ein wirtschaftliches Standbein in einer Region aufbauen, wo qualifizierte Arbeitsplätze eher dünn gesät sind. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass es eine gute Nachfrage nach profesionellen Naturvermittlungsangeboten gebe, viele Gäste seien an einer Sensibilisierung für die Natur- und Kulturwerte interessiert.

Christian Baumgartner schliesst das Gespräch mit der Frage nach den Wünschen der Anwesenden für die Zukunft. Bürgermeister Hinteregger bringt diese auf den Punkt, wenn er eine stärkere Bewusstseinsbildung der Bevölkerung und wirtschaftlichen Betriebe für den Naturpark und die Werte der Region fordert und schliesst mit den Worten: „Ich bin grundsätzlich ein positiver Mensch, sonst wäre ich nicht Bürgermeister.“

 

1 thought on “Entwicklung des ÖTSCHER:REICHS – Diskussionsveranstaltung in Mitterbach am Erlaufsee, 11. Juni 2017

  • Danke für den guten Bericht über eure Veranstaltung- ich wäre aber noch lieber selbst dabei gewesen. Gratuliere besonders zu den vielen engagierten und herzerfrischenden Ansätzen für nachhaltigen Tourismus im Mostviertel und besonders im Naturpark. Ich freue mich auf erholsame und anregende neue Angebote mit Umweltzeichen aus dem Mostviertel- als klare Alternative zum „Ballermannurlaub“!
    Alles Gute den whatsalp Wanderern Dominik &friends

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